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Kein Ägypten-Fan, der sich für die Geschichte und Kultur des Landes interessiert, kommt an ihnen vorbei – den Papyri, historischen Schriftrollen, auf denen die Ägypter wichtige Informationen der Nachwelt hinterließen. In allen ägyptischen Museen, die auf dem Programm einer bei stern-tours.de gebuchten Nilkreuzfahrt oder Rundreise stehen, gehören die kleinen gerollten Blätter zu den Höhepunkten der Ausstellungen. Auf ihnen haben die Ägypter nicht nur wichtige Verträge festgehalten. Auch ganz Alltägliches findet sich auf den Blättern, die häufig als Brief verschickt wurden. Die hohe Schreibkunst der ägyptischen Kultur ist einer der Gründe, warum wir heute so vieles über das Leben der alten Ägypter wissen.

Seit mehr als 3.000 Jahren werden Papyri beschrieben

Schon seit dem 3. Jahrtausend vor Christi begannen die Ägypter damit, auf Papyrus zu schreiben. Sie nutzten dazu die Stängel einer Pflanze, dem Echten Papyrus, der zu den Zypergräsern gehört. Die bis zu drei Meter hoch wachsenden Gräser waren ein leicht verfügbarer Rohstoff im Land. Um ein Papyrus herzustellen, wurden die Stängel aufgeschnitten und in Streifen von ungefähr vier Zentimetern Breite zerlegt. Diese Streifen wurden längsseitig so nebeneinander gelegt, dass sie an den Rändern überlappten. Mit weiteren horizontal aufgelegten Stängeln wurde das Papyrus stabilisiert. Anschließend klopften die Papyri-Hersteller das so entstandene Blatt fest. Die in der Pflanze enthaltene Stärke wirkte wie Klebstoff. Nach einer Trocknungszeit war das Papyrus beschreibbar.

Schriften in zwei Farben

Zum Schreiben nutzen die Ägypter Binsen, die sie am Ende anspitzten oder einfach ankauten und die sie in eine Mischung aus zermahlener Holzkohle oder zermahlenem Ockergestein tauchten. Zwei Farben standen zur Verfügung: schwarz und rot. Die Papyri der Pharaonen wurden oft zusätzlich mit Goldbelägen verziert. Durch das trockene Klima der ägyptischen Wüsten und die Aufbewahrung der Papyri in Tontöpfen sind viele der schriftlichen Dokumente über die Jahrtausende erhalten geblieben. Gefunden wurden sie bei Ausgrabungen der Gräber und Paläste der Pharaonen und den vielen Tempelanlagen. Es ist immer weder erstaunlich, wie gut die Schriften auch nach all der Zeit noch lesbar sind.

Die Papyri von Elephantine

Ein besonders großer und bedeutender Fund gelang den Ägyptologen auf der Nilinsel Elephantine im Süden des Reiches. Hier war das Klima besonders günstig, sodass die Schriftrollen in sehr gutem Zustand erhalten geblieben sind. Die Inhalte geben Auskunft über das Leben auf der Insel im Nil, die lange Zeit als Garnisonsstadt diente. Auch die Existenz einer jüdischen Kolonie wird durch die Schriftstücke belegt. Fast 1.000 Jahre Geschichte sind auf den Papyri dokumentiert – für Forscher eine unglaublich ergiebige Quelle.

Briefe der jüdischen Siedler auf Elephantine

Die Elephantine-Papyri beweisen, dass viele Kulturen auf der Insel gelebt haben, denn sie sind in verschiedenen Sprachen abgefasst. Neben Schriftrollen im altägyptischen Demotisch wurden griechische, lateinische, aramäische und koptische Schriftstücke gefunden. Von besonderem historischem Wert sind die aramäischen Papyri. Um 525, während der Zeit des Großperserreiches, war auf Elephantine eine jüdische Kolonie entstanden. Sie huldigte einem Opferkult und besaß einen eigenen Tempel, einen JHWH-Tempel, wie der Gott Israels in der hebräischen Bibel Tanach genannt wurde. Dieser Tempel war von der auf Elephantine stationierten Militärkolonie zerstört worden. Die Täter, darunter der Kommandeur, waren nach Aufdeckung mit dem Tode bestraft worden. Da den jüdischen Einwohnern der Wiederaufbau vorerst verwehrt wurde, baten sie in ihren auf Papyrus geschriebenen Briefen viele wichtige Personen um Unterstützung. Gefunden wurden die Kopien der Bittschriften in den Resten des jüdischen Tempels, der von Otto Rubensohn, einem jüdisch-deutschen Archäologen, Anfang des 20. Jahrhunderts freigelegt wurde.

Eheverträge und Erbschaftsregelungen schriftlich niedergelegt

1906 machte Rubensohn eine weitere Entdeckung. Er stieß auf zwei Töpfe mit Papyri, die in griechischer Sprache und in verschiedenen während der Ptolemäischen Zeit gebräuchlichen Schriften verfasst waren. Die griechischen Dokumente enthielten einen Ehevertrag, ein Testament und die Abrechnung einer Erbschaft. Dieser Fund ist so bedeutend, weil die Schriftstücke vieles über das seinerzeit gebräuchliche Recht aussagen. Auch der zweite Topf enthielt interessante Dokumente. Er stammt aus der Zeit von Ptolemäus III., der den berühmten Tempel von Edfu nur etwa 100 Kilometer von Elephantine entfernt hatte erbauen lassen. Estphenis, der vermutlich die Funktion eines Hohepriesters innehatte, war der Verfasser dieser Papyri, deren Inhalte sich mit eben jenem Tempel von Edfu beschäftigten.

Papyrus-Texte verstehen lernen

Papyri sind eindrucksvolle Zeugnisse dafür, wie sich das alte Ägypten zu einer der wichtigsten Hochkulturen der Antike entwickeln konnte. Es lohnt sich für kulturhistorisch interessierte Ägypten-Besucher, sich vor ihrer Reise mit den verschiedenen Schriftsprachen, vor allem den Hieroglyphen, zu beschäftigen. Bei der Besichtigung von Museen sind die Kenntnisse sehr hilfreich beim Verstehen der Texte auf den Papyrus-Blättern. Wer sich für die Herstellung des Vorläufers des heute gebräuchlichen Schreibpapiers interessiert, findet dazu zahlreiche Informationen im Netz. Bei der Planung eines Ägyptenurlaubs mit der ganzen Familie empfiehlt sich die Seite br-online.de. Hier werden Fragen zu den Papyri der Ägypter und zu vielen anderen Themen rund um das alte Ägypten kindgerecht aufbereitet beantwortet. Auch für Erwachsene hält die Seite interessante Informationen bereit.

 

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